Tanz in und mit der Natur

oder was ist das Heilsame am NatureLoveDance?

Beim Tanz in und mit der Natur, geht es nicht um den Tanz an sich.
Der Tanz ist (ein schönes) Mittel zum Zweck. Sowie Gehen zur Fortbewegung ist, dient Tanz in und mit der Natur zur Bewegung in den Moment, in den natürlichen Raum hinein.

Frei Tanzend ist es leichter ganz präsent zu sein, alle Sinne zur Verfügung zu haben und sich über Bewegung mit der Natur zu verbinden. Tanz dient hierbei als Präsenzverstärkung und hat nichts mit einstudierten Bewegungen oder Choreografien zu tun. Um den Tanz als Brücke in die Verbindung zur Natur zu nutzen, muss Bewegung frei fließen dürfen. Um der Natur nah sein zu können, muss Mensch sich anpassen und Bewegung sich an dem natürlichen Raum orientieren können. Dann ermöglicht Tanz eine tiefe Verbindung.
Diese Verbindung ist wie ein Zwischenraum zwischen Mensch und der Natur und ermöglicht ein tiefes Eintauchen in diesen Raum, der scheinbar vorher nicht da war.
Denn es ist ein großer Unterschied, ob man an der Natur vorbei spaziert oder innehält und in den Kontakt geht.

 

Tanz ist Sprechen in Körpersprache

So ermöglicht der Tanz eine Art Dialog in der Sprache der Natur und diese ist wesentlich langsamer als die Sprache der Menschen und sie ist leiser. Sie ist nicht intellektuell. Die Sprache der Natur hat ein völlig anderes Wesen als die Sprache des Menschen. Dennoch ist sie rhythmisch oder zyklisch und entspricht wohl am ehesten den Klängen eines Orchesters, dessen Musikinstrumente fein aufeinander abgestimmt sind. Die Elemente „unterhalten“ sich im wechselseitigen Einklang. 

Tänzer:innen verbinden sich üblicherweise mit Musik. Die Musik beeinflusst die Bewegung, unterstützt den Ausdruck. (Jedoch beeinflusst der Tanz nicht die Musik.) So kann es vorkommen, dass Tanz die Musik sichtbar macht, sie in Körpersprache übersetzt.

Beim Tanz in und mit der Natur ist das Orchester der Elemente die Musik und die Tänzer:in „hört“ und vernimmt diese Musik mit dem ganzen Körper.

 

Das Eintauchen

Stell dir vor du stehst an einem wunderschönen See. Du kannst das Wasser sehen, vielleicht sogar bis zum Grund. Mit den Händen kannst du das Wasser fühlen, aber erst wenn du ganz eintauchst, wirst du mit der ganzen Erfahrung des Seewassers in Berührung kommen.

Gerne zeige ich dir, wie du tanzend in die Natur eintauchst, um die feinmolekularen Geschenke des großen Ganzen zu empfangen.

 

Schritt 1: Die Sinne nutzen

Über die Sinne, unsere Tore zur Außenwelt, (lauschen, Farbe und Form, riechen, spüren, evtl. schmecken) beginnen wir die Natur „rein zu lassen“. Ist es eine harmonisch-natürliche Umgebung, in der die Elemente „im Takt sind“ ermöglicht diese erste Phase schon eine Entschleunigung, ein Aufatmen, ein Ankommen im Hier und Jetzt. 

Im Tanz entspräche dies wohl einem Warm-Up.

 

Schritt 2: Die Einwilligung

Der zweite Schritt ist ein „Erlauben“, dass die Elemente dich berühren dürfen, du also den Wind auf deiner Haut spürst, wie er deine Häärchen und Haare bewegt. Wie Sonne deine Haut wärmt, Farben zum Leuchten bringt und Düfte hervorlockt. Aber auch, dass es unter den Barfüßen auch mal piekst und kühl sein kann.

Die Natur bietet schließlich auch viel „zu“. Sie kann zu heiß, zu kalt, zu feucht, zu trocken, zu windig oder zu schmuddelig sein. Das mag zur Folge haben, dass du dich vor der Natur schützen möchtest und dir Schuhe und dicke Kleidung anziehst oder einen Sonnenhut aufsetzt.

 

Schritt 3: Öffnen

Der nächste Schritt in Richtung Natur geht also über ein „Öffnen“. Und das ist natürlich einfacher, wenn die Natur einladend ist und ein Aufmachen erlaubt, ohne dass du mit einer Erkältung rechnen musst oder einen Sonnenstich bekommst. By the way, ein Öffnen geht nur gut, wenn du dich sicher fühlst. Also ist es gut zunächst auf deine Bedürfnisse zu achten und abzuwägen, wie weit ein Öffnen gesund und bereichernd ist, oder ob es mit ein paar einfachen Schutzmaßnahmen vorher sinn(en)voller ist.
In einem magischen, unsichtbaren Mantel aus Mücken- und Zeckenspray ist das Einlassen auf die natürliche Umgebung an manchen Stellen doch leichter und ermöglicht manchmal überhaupt erst ein „Öffnen“ für die Magie der Natur.
Alle die Bilder, die die Vorstellung von Öffnen spürbar machen und diese Bewegung vereinfachen sind erlaubt. Sei es , dass du dir vorstellst deine Poren in der Haut weiten sich oder deine Augen und Ohren werden größer und sind auf Empfangen eingestellt. Was sind hilfreiche Bilder für dich?
Deine Kreativität öffnet sich mit.

 

Der Atem

Anders als in dem Beispiel vom Eintauchen in einen wunderschönen See um seine Ganzheit zu erleben, ist beim NatureLoveDance das Atmen ein wichtiger weiterer Schritt in Richtung Vollkontakt. Bekannter Weise ist ein genussvolles Eintauchen ins belebende Nass schnell vorbei, wenn du unter Wasser erstmal einen tiefen Atemzug nimmst. 

Beim Eintauchen in die Natur ist das tiefe Atmen, wie ein Fahrzeug, dass dich dann doch schneller an das gewünschte Ziel bringt.

Ich erlebe es jedes Mal so, als ob mein Atem, vor allem das tiefe Einatmen, mich auf ein Mal in eine andere Dimension katapultiert. 

Plötzlich ist alles anders. Das grün um mich herum wirkt viel grüner, ich bin wesentlich wacher als zuvor und nehme die Luft um mich herum anders wahr als vorher. Alles ist ein bisschen magischer, klarer, schöner und energiereicher. Fast als ob sich ein Paralleluniversum aufmacht.

 

Schritt 4: Die Entscheidung zur Hingabe

Für diesen letzten Schritt braucht es also eine bewusste Entscheidung, noch mehr Reinzulassen, den Atem mit dem universellen Atem, dem Element Luft, ganz zu verbinden. Quasi ein aktiver Luftaustausch.

Es erinnert mich an Lieben. Wenn ich total in Love bin, meine Hormone alles so richtig schön weichspülen und meine Muskelpanzer von alten Verletzungen geschmolzen sind, ist es so viel leichter mich Hinzugeben und mich ganz zu Öffnen für diese Momente der Liebe. Ein Kuss, in den ich mich hinein bewegen möchte, die Lippen ganz nah am Liebsten dran. Denn auch hier geht es um die Nähe im Kontakt.

Oder wenn meine Augen auf einmal so viel mehr Schönheit erblicken und die Liebe aus den Augen herausfunkelt, erinnert mich das sehr an die Magie, die ich erlebe, wenn ich der Natur ganz nah komme.

Ja wahrscheinlich beschreibe ich hiermit eigentlich die ganze Zeit, wie man die Natur liebt.

Das deutsche Wort „verliebt sein“, trifft es allerdings nicht so gut, wie das englische Wort „to fall in love“. Tatsächlich bedarf es ein Loslassen und Vertrauen, um ganz aufmachen zu können, nah sein können und die (Liebe der) Natur ganz reinzulassen. Die Liebe und die Kontrolle sind keine guten Tanzpartner, denn ein sich der Liebe hingeben und gleichzeitig kontrollieren zu wollen, ist wohl eher schwierig zu vereinbaren.

Somit wären wir beim letzten Schritt: Der Hingabe.

Das Geschenk der Natur ist, dass sie ist, wie sie ist. Sie will nichts von uns. Sie braucht uns nicht. Wenn wir uns die Spuren anschauen, die die Zivilisation in der Natur bisher hinterlassen hat, meint man eher die Natur ist ohne uns besser dran. Dennoch beschenkt sie uns unentwegt. Dadurch, dass die Elemente sind, wie sie sind, haben wir Menschen eine Lebensgrundlage, durch die Fülle der Natur haben wir Nahrung, die Erde ist unser Zuhause. Der einzige Planet, den wir, ohne technische Hilfsmittel, bewohnen können.

Der Akt der Hingabe ist die bewusste Entscheidung für die Verbindung ohne zu wissen was passiert. Tänzerisch ausgedrückt ist es eine Bewegung, die aktiv und zeitgleich passiv ist. Ein Führen und zeitgleiches Folgen. Ein scheinbarer Widerspruch. Ein sowohl als auch. Sich hin-geben und Vertrauen schenken im Loslassen. Ein wirkliches Annehmen der Geschenke der Natur. Und hier kommt die Heilwirkung ins Spiel.

 

Was dich berührt, verändert dich

Wenn wir erlauben ganz im Kontakt zu sein, fließt vom einen etwas ins andere. Durch das japanische Waldbaden und verschiedene Studien, wissen wir, dass wir Terpene über die Atmung aufnehmen, wenn wir im Wald sind. Terpene sind die Botenstoffe, die Bäume aussenden, um miteinander zu kommunizieren. Die gesunde Wirkung auf den menschlichen Organismus ist nachweislich belegt. Unser Immunsystem profitiert anhaltend bis zu zwei Wochen nach einem Tagesaufenthalt unter Bäumen, besonders bei körperlicher Betätigung, die eine atemverstärkende Wirkung hat.

Tanz in und mit der Natur kann einen meditativen Charakter haben oder lädt zum Erforschen, Ausprobieren und Spielen ein. Wir kommen mit uns selbst in Kontakt, mit dem was gerade in uns präsent ist und hören diesem, sowie der Natur, zu. So haben wir die Möglichkeit direkt und bewusst die „Medizin“ der Natur mitzubekommen.

Was macht also die Einwirkung der Natur auf uns und wie ist meine (Bewegungs-)Antwort darauf? Hier beginnt der Tanz.  

… to be continued.